Die Jagd nach Renditen
Die Zinsen auf Euro-Guthaben haben sich gegenüber ihren Höchstständen von 2024 halbiert. Die Sparzinsen in US-Dollar folgen nun diesem Trend, da die US-Notenbank ihre Zins-senkungen fortsetzt. Mit über 9 Billionen Euro an Spareinlagen privater Haushalte in der Eurozone und über 7 Billionen US-Dollar an US-Geldmarktfonds, die 2026 und darüber hinaus deutlich niedrigere Renditen generieren werden, sind Anleger mit hohen Kasse-Beständen erneut gezwungen, den Blick weiter zu fassen, um vernünftige Renditen zu finden.
Die Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen bieten derzeit nicht viele offensichtliche Renditechancen. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating erreichen fast 15-jährige Tiefststände und die Renditen von US-Staatsanleihen sinken, da während die Fed ihre Zinsen senkt. Ein flexibles Vorgehen wird 2026 entscheidend sein, um von vorübergehend höheren Anleiherenditen zu profitieren.
Unsere Empfehlungen
Lösungen mit attraktiven Renditen bei angemessenem Risiko bieten sich in verschiedenen Anlageklassen, darunter:
- Anleihen aus Schwellenländern in lokaler Währung
- Finanzsektor des Euroraums und hybride Unternehmensanleihen
- Ausgewählte private Kreditfonds mit geringerem Risiko
- Aktienfonds und ETFs mit Schwerpunkt auf qualitativ hochwertigen Dividendenaktien und Dividendenwachstum
- Ertragsorientierte strukturierte Lösungen zur Renditesteigerung basierend auf Aktien, Zinsen und Unternehmensanleihen.
Darüber hinaus sollten Anleger im Rahmen eines opportunistischen Ansatzes alle vorüber-gehenden Korrekturen für den Positionsaufbau nutzen, um von den damit einhergehenden Renditeanstiegen bei kurzfristigen High-Yield-Unternehmensanleihefonds und ETFs zu profitieren.
Hauptrisiken
- Die Inflation erweist sich als hartnäckig: Die Zentralbanken sehen sich gezwungen, Zinserhöhungen auszusetzen oder sogar die Zinsen anzuheben, wodurch Cash-Renditen länger auf einem hohen Niveau bleiben und der Druck auf Anleger, Gelder aus Einlagen abzuziehen, reduziert wird.
- Die Anleiherenditen steigen wieder: Eine Neubewertung der Zinserwartungen oder überraschende Budgetdefizite könnte die Renditen von Staatsanleihen steigen lassen, was kurzfristige Kursverluste bei festverzinslichen Anlagen zur Folge haben könnte.
- Die Stimmung in den Schwellenländern verschlechtert sich: Ein stärkerer US-Dollar oder ein geopolitischer Schock könnten Kapitalabflüsse auslösen und die Währungen der Schwellenländer schwächen.
- Liquiditätsrisiko bei privaten Krediten: eingeschränkte Rücknahmeoptionen oder verzögerte Bewertungen bei weniger liquiden Fonds.